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Hypnose in der Shanghaier Metro

Aktualisiert: 3. Mai 2023

Wenn ich erzähle, dass ich schon seit 2005 Hypnose beziehungsweise Selbsthypnose praktiziere, finden das viele interessant, beeindruckend oder überraschend. Erst neulich ist mir klar geworden, was diese jahrelange Praxis aus mir und mit mir gemacht hat: Die Hypnose hat mir ein Werkzeug an die Hand gegeben, was mir wie kein anderes zuvor hilft, auf maßgeschneiderte Art und Weise in einen von mir gewünschten Zustand zu kommen.


Die perfekten Voraussetzungen für eine Hypnose oder Selbsthypnose sind ein bequemer Sessel, ein stiller, ungestörter Ort, eine reizarme Umgebung und am besten kein zeitlicher Druck, d.h. keine Anschlusstermine. So ist das ideale Setting für eine Hypnose, und so versuchen wir es auch in der klinischen Hypnose immer zu gestalten, dass es möglichst entspannt und entspannend für alle Beteiligten ist.


Ich denke, Ihr alle kennt die situationsbedingte Reizüberflutung, auf die ich in der Regel relativ empfindlich reagiere. Mit Reizüberflutung meine ich zum Beispiel eine laute Umgebung, viele Menschen, schlechte Luft, vielleicht unangenehme Gerüche, künstliches Licht und keine Rückzugsmöglichkeit.


Solche Umgebungen, die das menschliche System herausfordern, sind zum Beispiel laute und überfüllte Indoorspielplätze, Supermärkte, Flughafen, Bahnhöfe oder auch eine U-Bahn.


Und jetzt kommt der Titel meines heutigen Beitrags ins Spiel: Als ich von 2014 bis 2016 in Shanghai gelebt habe, musste ich jeden Morgen mit einer der überfüllten Metrolinien zur Arbeit fahren. In dieser Situation war auf jeden Fall alles an Reizen geboten, was mein System geflutet hat. Um diesem unvermeidlichen Zustand entgegenzuwirken und etwas Positives zu finden, das meine Ressourcen gestärkt hat, habe ich meine tägliche Fahrt auf der Shanghaier Linie zwei zu meinem Zeitfenster für meine Selbsthypnosen gemacht.


Quelle: Unser Reiseblog von anno dazumal: http://www.nakora.net/page/23/


Es war alles andere als ein perfekter Rückzugsort: meistens gab es keinen Sitzplatz, keine Ruhe, Geschubse, künstliches Licht und schlechte Luft. Aber genau deshalb war es so wirkungsvoll. Es ist ein bisschen wie in dem Song "New York, New York": "If you can make it there, you can make it anywhere." Die aufgezeichneten Selbsthypnosen waren meine Rettung in der Shanghaier Metro. Sie erlaubten mir, mich innerlich von dieser Situation zu verabschieden und machten meinen Arbeitsweg zu einer angenehmen Erfahrung, die meine Ressourcen stärkte und - da ist es wieder - mein Selbstvertrauen erhöhte. Diese spezielle Situation bewies mir, dass ich auch damit umgehen kann, komplett außerhalb meiner Komfortzone zu sein. Ich fand einen Weg, damit auch diese extreme Situation sich für mich gut anfühlen kann.


Diese Erfahrung hat mein Vertrauen in die Hypnose gestärkt, nicht nur als Instrument, auf das ich bei Stress und Panik vertrauen kann, sondern auch als einen Weg, der mir zeigt, wie ich meine Ressourcen aktivieren kann, wenn ich sie einmal vergessen habe.


Wenn Du eine Ahnung von der wunderbaren Wirkung der Hypnose haben möchtest, melde Dich gerne bei mir. Ich kann es.













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