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Die Botschaft der Wut

Die Ansprüche an uns selbst und die ständige Anforderungen können uns bis an unsere Grenzen bringen. Es gibt viel zu tun. Es muss noch etwas für die Arbeit erledigt werden. Ein paar Mails müssen noch beantwortet werden. Kinder sollten in die Kita oder zur Schule gebracht werden oder zu irgendwelchen Aktivitäten. Hausaufgaben müssen gemacht werden, vielleicht Arztbesuche organisiert. Auch das Essen macht sich natürlich nicht von alleine. Vielleicht steht Sport auf deiner Liste und das Haus sieht vielleicht auch nicht ganz so aus, wie man sich gewünscht hätte. Die Wäsche muss gewaschen werden, vielleicht noch das eine oder andere geputzt werden. Und wann haben wir uns zuletzt bei unseren Freunden gemeldet? Ist jemand aus der Familie schon sauer, weil wir uns da schon so lange nicht mehr gemeldet haben? Das sind die ganz normalen To-Dos, die wir alle jeden Tag auf die eine oder andere Weise zu tun haben.


Es ist Samstagabend und eine Frau, nennen wir sie mal Sarah, ist zu Hause mit ihrem Mann und ihren Kindern. Im Laufe des Nachmittags ist der Lärmpegel immer weiter angeschwollen. Das Zuhause ist einfach laut. Die Kinder spielen im Wohnzimmer und in der Zwischenzeit versucht der Mann das Abendessen vorzubereiten. Vielleicht die Woche war anstrengend, es hat sich viel angehäuft und einige Aufgaben konnten auch nicht erledigt werden. Sarah hatte Ärger bekommen in dieser Woche wegen einer Sache, die sie zwar verantworten musste, aber nicht verursacht hatte. Und insofern startete sie schon an dieses Wochenende mit einem relativ niedrigen Energielevel. Und das Wochenende, so wie es lief, diente überhaupt nicht dazu, sich zu erholen, weil eben so viel Lärm sie rum war. Und da fragt ihr Mann, ob sie helfen könnte beim Vorbereiten vom Essen. Das ist dann der Punkt, an dem es ihr reicht: "Ich habe keinen Bock, das Essen vorzubereiten. Ich habe keinen Bock mehr drauf. Ihr könnt mich mal, es reicht mir. Und macht die Musik leiser. Es ist mir zu viel. Ich habe jetzt was besseres zu tun. Es ist Wochenende und ich hatte gar nichts davon."


Da war sie, die Wut, die Wut, die scheinbar aus dem Nichts kommt und uns heim sucht, wenn wir es natürlich überhaupt nicht gebrauchen können und wenn es besonders nervt.


Die Wu ist ein starker Bedürfnisanzeiger. Schauen wir genauer hin, warum die Wut da ist und was sie uns über uns selbst verraten möchte. Wut ist kein zufälliges Gefühl. Sie ist ein Anzeiger dafür, dass unsere Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Wenn uns die Wut überkommt, sollten wir innehalten und nachdenken, was dazu geführt hat. Hatten wir einen stressigen Tag? Fühlen wir uns überfordert? Haben wir unsere eigenen Bedürfnisse vernachlässigt?


Oftmals ist es die fehlende Selbstfürsorge, die uns in die Arme der Wut treibt. Wir drücken unsere eigenen Grenzen und Bedürfnisse weg, um Aufgaben zu erledigen, sei es die laute Musik, die unbeantworteten E-Mails oder die nicht erledigte Hausarbeit. Statt auf uns selbst zu achten, machen wir weiter, bis das emotionale Fass überläuft.


Die Wut ist wie ein Weckruf. Sie erinnert uns daran, auf uns selbst zu schauen und unsere eigenen Bedürfnisse nicht zu vernachlässigen. Die Wut bringt uns dazu, eine Pause zu machen, für uns selbst einzustehen und auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu achten.


Die Wut ist keine Feindin, sondern ist uns wohlgesonnen. Sie erinnert uns daran, für uns selbst zu sorgen und unsere eigenen Bedürfnisse nicht zu übersehen. Indem wir lernen, auf unsere Emotionen zu achten, können wir die Wut in eine konstruktive Kraft verwandeln.



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