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Fremd- und Selbstwahrnehmung

Fremd- und Selbstwahrnehmung: Warum schätzen wir uns häufig anders ein als andere uns wahrnehmen und vielleicht sogar anders als wir sind? Fragt ihr euch manchmal auch, ob eure Selbstwahrnehmung der Wahrnehmung durch andere entspricht? Oder habt ihr manchmal das Gefühl, dass ihr negativer wahrgenommen werdet als ihr euch selbst seht? In jedem Fall ist es ein Phänomen, das viele Menschen betrifft - die Diskrepanz zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung. Ich hatte bei anderer Gelegenheit schon vom Impostor-Syndrom gesprochen, auch da haben wir diese Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Die Fremdwahrnehmung bezieht sich darauf, wie andere uns sehen und wahrnehmen, die Selbstwahrnehmung darauf, wie wir uns selbst sehen. Ich denke, den meisten ist es schon mal passiert, dass sie gemerkt haben, dass andere eine vollkommen andere Einschätzung von ihnen haben und ganz anders über sie denken, als sie selbst über sich denken. Kürzlich ist mir das selbst passiert und deshalb bin ich auf das Thema gekommen. Eine Bekannte von mir sagte: "In dem Thema bist du total souverän, da sehe ich überhaupt keine Schwierigkeiten." Ich selbst hatte aber noch einige Zweifel in mir drin. Natürlich kann ein Grund für diese Diskrepanz sein - da kommt wieder die Stärkentrainerin in mir durch - dass wir uns häufig auf unsere Schwächen und Fehler konzentrieren, anstatt unsere Erfolge zu feiern und unsere Stärken hervorzuheben.


Oftmals machen wir uns Gedanken darüber, was andere von uns denken, wodurch wir uns zu sehr auf unsere vermeintlichen Schwächen und Fehler konzentrieren. Wenn wir uns jedoch nur auf diese Aspekte fokussieren, dann sehen wir diese auch verstärkt. Hier kommt der Spruch von Tony Robbins "Energy flows where attention goes" zum Tragen. Das bedeutet, dass unsere Energie dahin fließt, wo wir unsere Aufmerksamkeit hinlenken. Wenn wir uns also immer wieder auf unsere Schwächen konzentrieren, unterschätzen wir unsere eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen regelmäßig.


Ein weiterer Grund für diese Diskrepanz kann in unserem inneren Dialog liegen. Wenn wir uns selbst kritisieren und negativ über uns selbst denken, beeinträchtigt das unsere Selbstwahrnehmung. Interessanterweise beeinflusst auch die Art und Weise, wie wir uns selbst wahrnehmen, die Art und Weise, wie wir andere Menschen wahrnehmen. Wenn wir uns selbst als schwach wahrnehmen, können wir auch andere Menschen als stärker und positiver wahrnehmen, als sie tatsächlich sind. Dies führt zu einer verzerrten Einschätzung. Unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung beeinflussen sich also gegenseitig.


Durch die Auseinandersetzung mit Tools der Persönlichkeitsentwicklung und regelmäßiges Training können wir unsere Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion verbessern und dadurch auch unsere Fremdwahrnehmung positiv beeinflussen. Zum Beispiel können wir durch die Entwicklung von Empathie ein besseres Verständnis für die Sichtweise anderer Menschen entwickeln.


Wir entwickeln mehr Empathie, indem wir selbst empathischer werden. Wenn wir uns selbst besser verstehen und akzeptieren können, können wir auch andere Menschen besser verstehen. Ein Empathietraining kann hilfreich sein, um sich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihre Perspektive zu verstehen. Auch eine klarere Kommunikation ist wichtig. Wenn wir unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse besser verstehen können, können wir sie auch klarer und effektiver kommunizieren. Das trägt dazu bei, dass wir klarer wahrgenommen werden und Missverständnisse und Konflikte vermieden werden können. Es stärkt auch das Vertrauen, das andere in uns haben. Eine positive Selbstwahrnehmung kann ebenfalls dabei helfen, unser Selbstbild positiver zu gestalten und uns in sozialen Situationen wohler und selbstbewusster zu fühlen. Wenn wir uns auf unsere persönliche Entwicklung einlassen, können wir uns besser auf andere Menschen und Erfahrungen einlassen. Das trägt dazu bei, dass wir offener, verständnisvoller und toleranter werden. Coaching kann dabei helfen, unsere Selbst- und Fremdwahrnehmung zu verbessern und unser Selbstbewusstsein zu stärken.


Und das kann wiederum dazu beitragen, dass wir uns in sozialen Situationen wohler fühlen und selbstbewusster werden. Auch hier nehme ich das Wort "selbstbewusster" wörtlich und meine damit, dass wir uns selbst besser kennen und eine Vorstellung davon haben, wie andere uns wahrnehmen und wie wir gerne wahrgenommen werden möchten. Dadurch können wir gezielt Einfluss auf unsere Wirkung nehmen. Die Auseinandersetzung mit uns selbst und den Werkzeugen der Persönlichkeitsentwicklung führt zu einer Offenheit und Neugierde uns selbst und anderen gegenüber. Wenn wir uns auf die persönliche Entwicklung einlassen, können wir uns besser auf andere Menschen und Erfahrungen einlassen. Das kann dazu beitragen, dass wir weniger voreingenommen sind und uns offener für andere und ihre Bedürfnisse zeigen. Wir entwickeln mehr Verständnis und Toleranz für andere Lebensweisen und Selbstwahrnehmungen, die sich kulturell unterschiedlich verhalten können. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass meine Wahrnehmung in China in einem beruflichen Kontext anders ist als hier. Das liegt auch daran, mit welcher Brille ich betrachtet werde. Hier sind wir wieder bei der Thematik der Fremd- und Selbstwahrnehmung. Nur wenn ich weiß, was mich im Kern ausmacht, kann ich die Fremdwahrnehmung anderer besser einordnen. All diese Faktoren können dazu beitragen, dass unsere Fremdwahrnehmung sich positiv entwickelt, da wir offener, verständnisvoller und klarer kommunizieren. Durch die Arbeit an der Fremd- und Selbstwahrnehmung können wir uns besser einschätzen und einordnen. Coaching kann dabei helfen, sich klarer zu positionieren und die Selbst- und Fremdwahrnehmung zu stärken. Das kann wiederum zu einem höheren Selbstbewusstsein führen, im Sinne von "Ich weiß, was ich kann, ich weiß, worin ich gut bin und ich weiß, wie ich meine Erfolge feiern kann".




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