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Seele, Geist und Häppchen - Glaubenssätze

Aktualisiert: 4. Mai 2023

Bestimmte Glaubenssätze machen uns das Leben schwerer oder leichter. Glaubenssätze sind innere Überzeugungen, innere Sätze, die meistens verallgemeinernde Annahmen über sich oder die Welt beinhalten beinhalten. Glaubenssätze betreffen meistens sehr persönliche Themen. Ein Glaubenssatz wie zum Beispiel "Immer, wenn ich etwas besonders möchte, klappt es nicht." ist im Bereich Coaching natürlich besonders wenig dienlich. Oder Sätze wie

"Ich kann mich ja doch nicht verändern. So bin ich halt."

"Das hat ja doch keinen Sinn, es zu versuchen."

"Die meisten Menschen haben keinen Bock auf mich."

"Meine Beziehungen scheitern immer."

"Geld verdirbt den Charakter."

"Ich sollte mich nicht so wichtig nehmen."

"Eigenlob stinkt."

"Wer nicht wagt, der nicht gewinnt."

"Morgenstund hat Gold im Mund."

...


Also, ihr merkt schon, ich bin jetzt in den Bereich der Sprichworte gewechselt. Es kommt häufig vor, dass Aussagen, die wir ganz häufig gehört haben in unserem Leben zu Glaubenssätzen werden. Oft werden Aussagen, die wir häufig im Leben gehört haben, zu Glaubenssätzen. Diese Sätze, die wir seit unserer Kindheit gehört haben, werden oft so sehr verinnerlicht, dass sie zu inneren Überzeugungen werden, die wir nicht mehr hinterfragen. Es kann schwierig sein, solche tief verinnerlichten Überzeugungen zu hinterfragen, da sie so selbstverständlich Teil unserer inneren Welt und unseres Wertesystems geworden sind.

Positive Affirmationen sind das Gegenteil von destruktiven Glaubenssätzen. Mit positiven Affirmationen versuchen wir, positive Überzeugungen über uns selbst und die Welt zu entwickeln, um sie in unser Unterbewusstsein einzubetten. Warum setzen sich Glaubenssätze im psychischen System fest? Das liegt daran, dass unser Gehirn Energie sparen möchte und je mehr Überzeugungen wir haben, desto mehr Energie sparen wir. Wenn wir unser Denken, Fühlen oder Handeln verändern möchten, müssen wir unsere Glaubenssätze hinterfragen und gegebenenfalls neu ausrichten. Es ist essentiell notwendig, unsere Glaubenssätze zu hinterfragen, wenn wir in bestimmten Bereichen andere Ergebnisse erzielen möchten.



Denn neben dem entscheidenden Vorteil der Glaubenssätze, dass sie es uns viel einfacher machen, unser Leben zu leben und zu entscheiden, was wir gut und richtig finden, haben sie auch einen entscheidenden Nachteil: Glaubenssätze limitieren uns. Glaubenssätze bewirken durch ihre ihnen innewohnende Unhinterfragbarkeit, dass wir an dieser Stelle nicht weiterdenken. Und das ist auch der entscheidende Punkt: dass wir sie meistens gar nicht als Glaubenssätze, sondern als Wahrheit über die Welt sehen. So wie wir gelernt haben, dass die Erde eine Kugel ist, ist es für uns selbstverständlich zum Beispiel, dass Geld den Charakter verdirbt. Und alles, was dann beispielsweise diese Überzeugung und diesen Glaubenssatz infrage stellen würde, wird als Ausnahme von der Regel gesehen, aber nicht wirklich genutzt, um diesen Glaubenssatz ernsthaft zu hinterfragen. Oder der Glaubenssatz, dass Eigenlob stinkt, also dass es eine schlechte Idee ist, positiv über sich selbst zu sprechen und sich in den Mittelpunkt zu stellen, ist eine Überzeugung, die wir aufgenommen haben und dann überhaupt nicht mehr hinterfragen.


Aber das Hinterfragen ist sehr wichtig, wenn wir Dinge anders machen wollen. Wir können nur dann Dinge anders machen, wenn wir auch das Unterbewusstsein mit ins Boot holen. Wenn wir uns unsere inneren Überzeugungen erst einmal bewusst machen und uns dann damit auseinandersetzen, woher sie kommen und vor allem, wie sie uns limitieren, können wir auch etwas ändern.


Glaubenssätze resultieren aus den Erwartungen und dem Verhalten von anderen Menschen uns gegenüber. Spinoza soll gesagt haben: "Was Paul über Peter sagt, sagt mehr über Paul aus als über Peter." Das heißt, dass das, was ich über andere Menschen sage, viel mehr über mich aussagt als über diese anderen Menschen. Wenn ich mir dann klar mache, dass Glaubenssätze Äußerungen und Aussagen von anderen Menschen über mich sind oder darüber, wie die Welt funktioniert, kann ich mich auch dafür entscheiden, mich davon frei zu machen.


Zumindest theoretisch. Denn die Entscheidung, die eigenen Glaubenssätze zu hinterfragen, erfordert innere Arbeit. Wie im Beitrag zu den Affirmationen erwähnt, muss der mächtige Elefant, also das große Unterbewusstsein, mit ins Boot geholt und davon überzeugt werden, dass Veränderung möglich ist. Dafür muss ich zuallererst erkennen, dass ich an einigen Glaubenssätzen hänge, dass mich diese Glaubenssätze limitieren und dass ich sie ändern kann, wenn ich es will. Die Hypnose ist dabei eine wunderbare Möglichkeit, um an die tieferen Schichten zu gelangen und uns die Dinge anzuschauen, die uns limitieren und Blockaden in den Weg stellen, die wir in unserem Leben weder wollen noch brauchen. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Erfolg beim Aufspüren eurer Glaubenssätze und beim Infragestellen des einen oder anderen davon. Und das mit oder ohne Hilfe, ganz so, wie es für euch individuell passt.





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