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Seele, Geist und Häppchen - Die Haltung im Coaching

Aktualisiert: 3. Apr. 2023

Als Coach und als Coachee habe ich verschiedene Ansätze, Coach zu sein, erlebt. Die folgenden Ansätze sind mir am häufigsten begegnet:


  1. Du hast dieses und jenes spezifisches Problem und ich mach das für dich weg.

  2. Ich war auch schon mal an dem Punkt und hab es gedreht bekommen und wenn ich das kann kannst du das auch.

  3. Ich hab eine Formel gefunden mit der ich alle Menschen helfen kann ihre herausfordern Herausforderungen zu begegnen benutz einfach meine Formel und dann Kriegen wir das Problem gelöst.


Das Problem bei erstens - Du hast dieses und jenes spezifische Problem und ich mach das für Dich weg - ist, dass wir sofort eine Abhängigkeit herstellen zwischen Coach und Coachee, also zwischen dem helfenden Part und demjenigen, dem geholfen wird. Und diese Abhängigkeit hat natürlich zur Folge, dass ich auch in der Zukunft immer wieder darauf angewiesen bin, dass mir jemand hilft, mit meinem Shit klar zu kommen.


Das Problem bei zweitens - ich war auch schon mal an den Punkt und hab es gedreht bekommen und wenn ich das kann dann kannst du es auch - ist folgendes: Ich als Klientin hab eine völlig andere Geschichte, eine völlig andere Familie im Background, hab völlig andere Dinge erlebt und reagiere auch anders auf die Herausforderungen, die mir begegnen, d.h. selbst wenn sich unsere Geschichten sehr ähnlich anhören mögen, gibt es dort meilen- und himmelweite Unterschiede, die weder ich als Coach noch ich als Klientin von außen sehen kann. Und man merkt das ja schon sogar bei in der Medizin bei Medikamenten: was mir hilft, muss dir noch lange nicht helfen.


Das Problem bei drittens - ich habe die Formel gefunden, mit der ich allen Menschen helfen kann - ist ähnlich wie wie zweitens: Auch wenn wir Menschen sehr oft ähnliche Herausforderungen erleben, die Innenwelt gestaltet sich doch sehr viel komplexer als dass viele Coaches gerne haben möchten. Und eine weitere Herausforderung bei dieser Herangehensweise ist, wenn ich als Coachee meine Themen nicht auf die Weise wie scheinbar alle anderen gelöst bekomme: Was macht das dann mit meinem Selbstbewusstsein, mit meinem Vertrauen in meine Fähigkeiten Problem zu lösen?


Ihr seht schon, worauf ich hinaus will, denke ich: Die Lage ist meistens komplexer, als wir es gerne hätten. Und natürlich gibt es Dinge, die allen Menschen gut tun. Allen Menschen tut es gut zu spüren und zu wissen, dass sie genug sind, dass sie angenommen sind, dass sie okay sind, so wie sie sind. Allen Menschen würde es gut tun, zu wissen, dass ihre Gefühle alle ihre Berechtigung haben, würde es gut tun zu wissen , ass alle ihre Gefühle auch angenommen werden dürfen. Aber Iih glaube nicht an das Patentrezept. Ich glaube an die Individualität jedes einzelnen und seine Fähigkeit, die Lösungen in sich selbst zu finden, mit jemandem, der einem wohlwollend und auf Augenhöhe begegnet, die richtigen Fragen stellt, einenn Raum öffnet, und vor allen Dingen den Klientinnen und Klienten hilft, sich selbst zu vertrauen, denn daraus wächst das Selbstvertrauenn. Daraus wird die Resilienz gebacken, auch mit herausfordernden Situation umgehen zu können. Selbstvertrauen entsteht nicht dadurch, dass ich oder jemand anders mir jeden Tag sagt; Du bist genug! Vor allem, wenn ich das zu dem Zeitpunkt, zu dem ich es mir sage, nicht glauben kann, hab ich schon wieder eine Schere im Kopf, hab ich schon wieder diese Diskrepanz zwischen dem, was mir von außen gesagt wird und dem, was ich fühle. Denn ich fühle mich nicht genug in dem Moment und jemand von außen sagt mir: „Doch, Du bist es.“ Dann bin ich wieder das Kind, was von außen irgendwelche Dinge eingetrichtert bekommt. In meinem Verständnis von Coach sein sollte man seinen Klientinnen und Klienten helfen, sich wieder selbst zu vertrauen und die Gewissheit vermitteln, dass sie es selber finden, dass sie alle Ressourcen zu Selbstheilung in sich finden können.




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