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Schere, Stein, Papier oder: Du kannst Deine Meinung ändern

Am 27. August steht der Schere, Stein, Papier-Tag an. Dieser Tag ist eigentlich ganz cool, denn er erinnert uns daran, wie oft wir im Leben Entscheidungen treffen müssen.


Beim Spiel Schere, Stein, Papier geht es darum, ad hoc Entscheidungen zu treffen und sofortiges Feedback über ihre Richtigkeit zu bekommen. Im Alltag ist das Entscheidungen treffen oft viel schwieriger. Da gibt es so viele Unsicherheiten und komplexe Abwägungen, die wir berücksichtigen müssen.


Je komplexer eine Entscheidung ist, desto schwerer fällt es uns oft, Kriterien für die Entscheidungsfindung zu finden. Man muss auch bedenken, dass jede Entscheidung auch bedeutet, sich gegen etwas zu entscheiden. Und das kann manchmal Angst vor Fehlern auslösen. Wir haben alle diese Angst in uns, dass unsere Entscheidungen negative Folgen haben könnten.


Entscheidungen zu treffen bedeutet auch, dass wir wachsen und lernen. Unsere Emotionen beeinflussen unsere Urteile und Entscheidungen. Manchmal ist es schwer, zwischen dem Logischen und dem Emotionalen zu unterscheiden. Manchmal fühlen wir uns zwischen den verschiedenen Optionen überfordert. Und manchmal können wir die langfristigen Auswirkungen unserer Entscheidungen nicht absehen. Da hilft es, sich klarzumachen, dass unsere Entscheidungen nicht immer endgültig sind.


Das Schöne am Schere, Stein Papier-Spiel ist, dass wir verschiedene Entscheidungen durchspielen und erproben können. Wir können unsere Entscheidungen revidieren und das ist völlig in Ordnung. Es ist erlaubt, über Dinge nachzudenken und sich Zeit zu nehmen. Das gibt uns die Freiheit, neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.


Wie häufig denken wir eigentlich, dass unsere Entscheidungen endgültig sind? Und die sind es aber gar nicht. Also sich klarzumachen, hey, ich kann meine Entscheidung revidieren. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn wir nicht sofort wissen, was jetzt unsere Entscheidung ist oder wenn wir nicht sofort die tolle Antwort haben. Es ist erlaubt, über Dinge nachzudenken. Und es ist auch eigentlich ein Geheimnis von Durchsetzungsfähigkeit, dass ich mich nicht unter Druck setzen lasse, sofort eine Entscheidung zu treffen, sondern ich kann mir die Zeit nehmen, nochmal drüber nachzudenken. Ich gebe mal ein Beispiel: Also wenn wir jetzt z. B. einen schlechten Service erlebt haben in einem Restaurant und uns darüber geärgert haben, dass wir gar nichts gesagt haben, dann besteht die Möglichkeit, am nächsten Tag zurückzugehen und die Situation zu klären. Oder wenn wir uns geärgert haben, dass wir nicht sofort darauf reagiert haben, dass uns unser Chef unhöflich behandelt hat, haben wir die Möglichkeit, eine Stunde später zurückzugehen und zu äußern, dass wir das nicht in Ordnung fanden.


Und diese Entscheidung zu treffen, "Ich kann noch mal drüber nachdenken" - das gibt eine Freiheit und diese Freiheit eröffnet uns Handlungsmöglichkeiten.


Wir müssen auch nicht zum Restaurant zurückgehen und sagen, dass der Service schlecht war. Vielleicht erkennen wir, dass wir den Service schlecht empfunden haben, lag daran, dass ich in dem Moment gerade in einem Streitgespräch und deswegen sowieso angespannt war. Oder ich erkenne, dass der Chef, der mich gerade angemotzt hat, zuvor von seinem Vorgesetzten eins auf den Deckel bekommen hat und deswegen so angespannt war. Und ich entscheide vielleicht, dass ich selbst Größe zeigen kann und ein Auge zudrücken.


Ein wesentlicher Aspekt der bewussten Kommunikation ist die Fähigkeit, eine Pause einzulegen, bevor wir reagieren. Wenn wir in einer herausfordernden Situation sind, sollten wir uns Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was wir wirklich sagen möchten und was uns im Kern geärgert hat. Diese Pause ermöglicht es uns, bewusst zu entscheiden, ob wir überhaupt kommunizieren möchten und wie wir es am besten tun können.


Ein weiterer Vorteil der Pause ist, dass sie uns ermöglicht, unsere Gefühle abzukühlen. Wenn wir unsere Empfindungen in einem Moment der Wut oder Frustration ausdrücken, besteht die Gefahr, dass wir impulsiv handeln und unsere Botschaft nicht klar und angemessen vermitteln können. Indem wir uns Zeit nehmen, können wir unsere Gedanken sammeln und unsere Worte bewusst wählen, was zu einer souveränen und klaren Kommunikation führt.


Kommunikation muss nicht immer gesprochen sein. Oftmals ist es sogar hilfreicher, unsere Gefühle schriftlich auszudrücken. Schriftliche Mitteilungen ermöglichen es uns, unsere Gedanken zu strukturieren und unsere Botschaft präzise zu formulieren. Durch das Schreiben können wir auch in unserer eigenen Zeit reflektieren und überlegen, wie wir uns in Zukunft anders verhalten möchten.


Wir müssen nicht immer kommunizieren. Manchmal ist es besser, eine bewusste Entscheidung zu treffen und zu entscheiden, dass es nicht notwendig ist, unsere Gefühle mitzuteilen. Diese bewusste Entscheidung ermöglicht es uns, selbstbewusst und achtsam zu handeln und strahlt Souveränität nach außen aus.




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